Am 30.6.2011 präsentierten die Studienautorinnen Dr.in Roswitha Hofmann und Dr.in Sabine Steinbacher  die Ergebnisse der Studie der von den QBW in Auftrag gegebenen Studie: „Lesben vernetzt!? Vernetzung und Kooperationsstrukturen von lesbischen Frauen in Erwerbszusammenhängen“ unter reger Teilnahme der Community.

Aus der 2010 ebenfalls im Auftrag der QBW durchgeführten Studie: „Lesben am Werk – Explorationsstudie zur Erwerbstätigkeit lesbischer Frauen in Österreich“ war u.a. hervorgegangen, dass sich lesbische Frauen beruflich kaum mit anderen lesbischen Frauen in Netzwerken organisieren. Daraus wurde für die nun vorliegende Folgestudie die Frage nach den Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der Vernetzung und Kooperation lesbischer Frauen im Erwerbszusammenhang abgeleitet.

Die Identifikation von Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen erfolgte auf Basis von Literaturanalysen und Expert_innen-Interviews und diente der Formulierung von Handlungsempfehlungen für lesbische Frauen aber auch für andere Akteur_innen, wie die Sozialpartnerschaftlichen Organisationen, Verwaltungsorganisationen und Unternehmen, die hinsichtlich der Verbesserung der Erwerbsbedingungen lesbischer Frauen Gestaltungsmacht besitzen.

Zentrale Bedingungen für Vernetzung von Lesben und von Akteur_innen, die sich zunehmend mit dem Themenfeld „sexuelle Orientierung“ auseinandersetzen (müssen), sind zum einen die Anerkennung von Lesben als eine gesellschaftliche Gruppe, die von Diskriminierung betroffen ist – unabhängig der derzeit bekannten Daten und Fakten und zum anderen des Themas „sexuelle Orientierung“. Als Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Vernetzungsstrukturen ist deshalb außer Frage zu stellen, dass sexuelle Orientierung(en) ein Thema in Erwerbszusammenhängen darstellt.

Um nachhaltig Veränderungen der Situation herbeizuführen sei es, so die Studienautorinnen, zudem nötig nicht bloß das Sichtbarwerden von lesbischen Frauen zu fordern, sondern die Norm der Heterosexualität sichtbar zu machen und das Thema „sexuelle Orientierung“ nicht auf Homo- und Bisexualität zu reduzieren. Dadurch würde das herrschende hierarchische Verhältnis zwischen den unterschiedlichen sexuellen Orientierungen im konkreten Alltag deutlich und auch diskutierbar.

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Pressekontakte:

Dr.in Roswitha Hofmann: office@uebergrenzendenken.at und Dr.in Sabine Steinbacher: office@steinbacher-netzwerk.at